Blog "Gesichtspflege für reife Haut" Bild einer älteren Frau

Welche Gesichtscreme für reife Haut? Was sich ab 40 verändert

Natürlichkeit heißt, sich in der eigenen Haut wohlzufühlen. Nicht, auszusehen wie mit 30.

Trotzdem verändert sich die Haut mit den Jahren, und die Creme, die zwanzig Jahre lang gut war, trägt irgendwann nicht mehr durch den Tag. Die Haut spannt, wirkt dünner, Falten vom Schlafen bleiben bis mittags. Welche Gesichtscreme für reife Haut dann passt, hängt weniger vom Geburtsjahr ab als davon, was der Haut fehlt. Dieser Artikel erklärt, was ab 40 in der Haut passiert, woran du eine gute Creme erkennst und wo Pflege an ihre Grenze kommt.

Wie du trockene Gesichtshaut grundsätzlich pflegst, steht im Artikel Trockene Haut im Gesicht. Hier geht es um das, was mit den Jahren dazukommt.

Reife Haut – ab wann spricht man davon?

Eine feste Grenze gibt es nicht. Meist ist die Haut ab etwa 40 gemeint. Reife Haut ist kein Makel, sondern eine Veränderung: Die Haut bildet weniger Kollagen und weniger Fett als früher.

So zeigt sie sich im Spiegel:

  • Die Haut wirkt dünner, besonders an Wangen und Augenpartie
  • Falten bleiben länger sichtbar, nachdem du gelacht oder geschlafen hast
  • Der Teint ist ungleichmäßiger, oft mit einzelnen dunkleren Stellen
  • Die Konturen an Kiefer und Wangen sind weicher geworden
  • Trockenheit tritt häufiger auf, auch bei Frauen, die früher fettige Haut hatten

Das letzte Zeichen überrascht viele. Wer sich jahrzehntelang mit einer glänzenden T-Zone beschäftigt hat, hat plötzlich das gegenteilige Problem, und die gewohnte leichte Creme reicht nicht mehr.

Was in der Haut ab 40 passiert

Weniger Kollagen und Elastin

Kollagen gibt der Haut Festigkeit, Elastin Spannkraft. Ab Mitte 20 baut der Körper beides langsamer auf, als er es abbaut. Das geht so allmählich, dass man es erst spät bemerkt.

Weniger Fett, weniger Feuchtigkeit

Die Talgdrüsen arbeiten zurückhaltender. Der Hautbarriere fehlen damit die Fette, die verhindern, dass Wasser verdunstet. Deshalb kippt die Haut bei vielen Frauen um die 50 von normal oder fettig in Richtung trocken.

Langsamere Erneuerung

Die Oberhaut erneuert sich langsamer als in jungen Jahren. Abgestorbene Hautzellen bleiben länger liegen, der Teint wirkt matter und rauer.

Sonne über Jahrzehnte

Ein großer Teil dessen, was als Hautalterung sichtbar wird, geht auf UV-Licht zurück. Falten und dunkle Flecken hängen stärker mit Sonnenstunden zusammen als mit dem Alter.

Die Wechseljahre und die Haut

Östrogen steuert unter anderem die Kollagenbildung, die Talgproduktion und die Feuchtigkeit der Haut. Wenn der Spiegel in den Wechseljahren fällt, verändert sich die Haut oft innerhalb weniger Monate spürbar.

  • Plötzliche Trockenheit im Gesicht, auch bei früher normaler Haut
  • Empfindlichkeit gegenüber Produkten, die jahrelang problemlos waren
  • Juckende, trockene Haut an Armen und Beinen
  • Bei manchen Frauen dagegen unreine Haut an Kinn und Kiefer

Für die Pflege heißt das vor allem: milder reinigen und mehr Fett geben. Wirkstoffe, die früher gut vertragen wurden, sind jetzt oft zu viel. Wenn Kopfhaut und Haar mitreagieren, hilft ein Blick in den Artikel Öl für die Haare.

Unreine Haut in den Wechseljahren

Manche Frauen bekommen in den Wechseljahren plötzlich wieder unreine Haut, oft an Kinn und Kiefer. Wenn Östrogen fällt, verschiebt sich das Verhältnis zu den Androgenen, und die Talgdrüsen dort arbeiten stärker, während der Rest des Gesichts trockener wird. Dann hilft es, beide Zonen unterschiedlich zu pflegen: eine milde, gründliche Reinigung und leichte Pflege an Kinn und Kiefer, reichhaltigere Pflege auf Wangen und Stirn. Das ganze Gesicht auszutrocknen, macht es eher schlimmer.

Gesichtspflege ab 40: eine Ergänzung reicht

Ab 40 muss die Pflege selten ganz umgestellt werden. Meist reicht ein Schritt mehr: abends ein Serum oder ein bis zwei Tropfen Gesichtsöl auf die Nachtcreme. Alles andere kann bleiben, wie es ist. Den Zeitpunkt bestimmt das Hautgefühl, nicht der Geburtstag: Wenn die gewohnte Creme nicht mehr durch den Tag trägt oder die Haut nach der Reinigung spannt, ist es so weit.

Ein Serum ist dünner als eine Creme und kommt davor, meist mit Hyaluronsäure für Feuchtigkeit. Ein Öl kommt zum Schluss und hält die Feuchtigkeit in der Haut. Welcher der beiden Schritte fehlt, merkst du am Hautgefühl: Spannt die Haut, fehlt eher Wasser, wirkt sie rau und matt, eher Fett.

Welche Gesichtscreme für reife Haut?

Eine Gesichtscreme für reife Haut muss zwei Dinge leisten: Fett geben, das die Haut selbst weniger bildet, und Wasser in der Haut halten. Dazu kommt, dass reife Haut oft empfindlicher reagiert. Die passende Creme ist deshalb reichhaltig, aber mild.

Woran du eine gute Creme erkennst

  • Pflanzenöle oder Pflanzenbutter stehen weit vorn in der Zutatenliste, etwa Arganöl, Avocadoöl oder Sheabutter.
  • Feuchthaltestoffe wie Glycerin oder Hyaluronsäure halten Wasser in der Haut.
  • Ceramide ergänzen die Bausteine der Hautbarriere, die mit den Jahren weniger werden.
  • Parfum steht weit hinten oder gar nicht in der Liste, ätherische Öle nur in kleinen Mengen.
  • Eine Nachtcreme darf deutlich reichhaltiger sein als die Tagescreme.

Kollagen in der Creme füllt keine Kollagenspeicher auf. Die Moleküle sind zu groß, um in die Haut zu gelangen, und binden Feuchtigkeit an der Oberfläche. Das ist nützlich, aber etwas anderes, als die Verpackung oft verspricht.

Sheabutter gehört in die Creme, nicht pur ins Gesicht. Unverdünnt legt sie sich als dichter Film auf die dünnere Gesichtshaut, ohne Wasser mitzubringen. In einer Creme, zusammen mit Wasser und leichteren Ölen, ist sie dagegen gut aufgehoben.

Feuchtigkeitscreme oder reichhaltige Creme?

Eine Feuchtigkeitscreme ist leichter, enthält mehr Wasser und Feuchthaltestoffe und zieht schnell ein. Eine reichhaltige Creme hat mehr Öle und Butter und bleibt länger auf der Haut. Reife Haut braucht meist beides: tagsüber eine Feuchtigkeitscreme, die unter Sonnenschutz gut liegt, nachts eine reichhaltige. Wer nur eine Creme nutzen möchte, nimmt eine mit Pflanzenölen weit vorn und ergänzt abends ein paar Tropfen Öl. Manchen Frauen reicht auch Öl allein, solange die Haut ihre Feuchtigkeit noch gut hält. Spannt sie trotzdem, gehört ein Serum oder eine Creme darunter.

Welches Gesichtsöl für reife Haut?

Für reife Haut passen Öle, die Fett geben, ohne schwer zu sein. Arganöl ist ein guter Anfang, weil es gut einzieht und für trockene Haut gedacht ist. Hagebuttenöl ist leichter und enthält Provitamin A. Avocadoöl ist schwerer und eignet sich für sehr trockene Haut, vor allem nachts. Squalan zieht besonders schnell ein und passt auch zu Haut, die empfindlich reagiert. Zwei bis drei Tropfen auf die Creme reichen.

Gesichtscreme ab 50

Ab 50 braucht die Haut vor allem mehr Fett. Eine reichhaltige Nachtcreme, darunter ein Serum mit Hyaluronsäure auf leicht feuchter Haut, darüber bei Bedarf ein Tropfen Öl. Tagsüber eine etwas leichtere Creme, die unter allem anderen gut liegt.

Gesichtscreme ab 60

Ab 60 ist die Haut spürbar dünner und trocknet schneller aus. Die Pflege wird eher kürzer als länger: weniger Produkte, dafür reichhaltigere. Eine Creme für trockene Haut morgens und abends, ein Öl dazu, das genügt oft. Brennt die Haut nach einer Creme, ist sie gereizt, dann lieber zu einem Produkt mit weniger Zutaten wechseln.

Gute Gesichtscreme für reife Haut ab 70

Ab 70 zählt vor allem, was die Haut verträgt und was sich täglich leicht auftragen lässt. Eine reichhaltige Creme ohne Parfum, möglichst mit wenigen Zutaten, reicht für Tag und Nacht. Hochkonzentrierte Säuren, häufiges Peelen und ständig wechselnde Produkte sind jetzt eher zu viel. Ein paar Tropfen Avocado- oder Arganöl auf die Creme geben sehr trockener Haut zusätzlich Fett.

Cremes für reife und trockene Haut findest du unter Gesichtscreme.

Die Augenpartie

Die Haut um die Augen ist deutlich dünner als im Rest des Gesichts und hat kaum Talgdrüsen. Eine eigene Augencreme lohnt sich spätestens ab 50. Wer keine möchte, tupft ein Öl vorsichtig um die Augen, nur nicht zu nah ans Lid.

Reinigung und Peeling bei dünner werdender Haut

Die beste Reinigung für reife Haut ist die, die man nach dem Abspülen kaum bemerkt. Kein Spannen, kein Quietschen. Balsam, Reinigungsmilch oder eine milde Creme-Reinigung erfüllen das. Morgens genügt bei trockener Haut oft klares Wasser.

Wer es einfach mag, probiert eine Olivenölseife mit wenigen Zutaten. Feste Seife ist allerdings basisch: Manche Haut kommt gut damit zurecht, andere spannt danach. Dann lieber bei Balsam oder Milch bleiben.

Peelen bleibt sinnvoll, weil sich die Haut langsamer erneuert. Aber seltener und sanfter als früher: einmal pro Woche, enzymatisch oder mit milden Fruchtsäuren statt mit Körnern. Bei gereizter oder sehr trockener Haut das Peeling weglassen, bis sie sich beruhigt hat.

Was Pflege nicht kann

Keine Creme baut Kollagen wieder auf, das über dreißig Jahre verloren gegangen ist. Keine Creme strafft Haut, die durch die Struktur darunter nachgibt. Keine Creme ersetzt Östrogen.

Was gute Pflege tut: Sie schützt vor Austrocknung, gibt der Haut das Fett, das sie selbst weniger bildet, und lässt Trockenheitsfältchen weicher erscheinen. Das ist nicht wenig. Es ist nur etwas anderes als das, was auf den meisten Verpackungen steht. Bei Trockenheit zeigt sich ein Unterschied nach zwei bis drei Wochen, bei allem, was mit Kollagen zu tun hat, dauert es Monate und bleibt kleiner, als Werbebilder nahelegen.

Was mehr bringt als jedes Produkt: Schatten in der Mittagssonne, nicht rauchen, genug Schlaf. Unspektakulär, kostet fast nichts, wirkt über Jahre.

Das Wichtigste zur Gesichtscreme für reife Haut

  • Reife Haut bildet weniger Kollagen und weniger Fett, die Creme gleicht vor allem das Fett aus.
  • Eine gute Creme hat Pflanzenöle weit vorn, Feuchthaltestoffe und wenig Parfum.
  • Ab 40 reicht meist ein Öl oder Serum zusätzlich, ab 50 wird die Pflege reichhaltiger.
  • Ab 60 und 70 gilt: weniger Produkte, dafür verträgliche.
  • Peeling bleibt sinnvoll, aber sanft und höchstens einmal pro Woche.
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