Trockene Haut im Gesicht – Ursachen, Pflege und Hausmittel
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Trockene Haut im Gesicht spannt nach dem Waschen, schuppt an Wangen und Stirn und reagiert empfindlich auf Wind und Heizungsluft. Ihr fehlen vor allem Fette, oft auch Wasser. Hier erfährst du, woran du sie erkennst, woher sie kommt und wie eine ruhige Pflegeroutine aussieht.
Wie erkennst du trockene Haut im Gesicht?
- Spannen nach dem Waschen, besonders um die Augen und an den Wangen
- Feine Schüppchen an Stirn, Nase und Mundpartie
- Ein mattes, fahles Hautbild
- Empfindlichkeit gegenüber Wind, Kälte und Heizungsluft
- Manchmal Rötungen an den Wangen und unter den Augen
Trockene Haut ist nicht dasselbe wie dehydrierte Haut. Trockene Haut ist ein Hauttyp, ihr fehlen dauerhaft Fette. Dehydrierter Haut fehlt vorübergehend Wasser, das kann auch fettige Haut betreffen. Wer beides verwechselt, wählt die falsche Pflege. Trockenheit im Winter geht mit dem Wetter oft wieder, dauerhaft trockene Haut bleibt als Hauttyp, fühlt sich mit passender Pflege aber deutlich besser an.
Bei trockener Mischhaut sind die Wangen trocken, während Stirn, Nase und Kinn glänzen. Dann kommt die reichhaltige Pflege auf die Wangen und eine leichtere in die Mitte.
Was verursacht trockene Haut im Gesicht?
Zu viel und zu scharfe Reinigung
Häufiges Waschen, heißes Wasser und stark schäumende Reiniger lösen die Fette aus der Haut. Feuchtigkeit verdunstet dann schneller. Eine milde Gesichtsreinigung und lauwarmes Wasser sind der erste Schritt.
Kälte, Heizungsluft und Sonne
Kalte Luft im Winter, trockene Heizungsluft, Wind und intensive Sonne ziehen Feuchtigkeit aus der Haut. In der kalten Jahreszeit darf die Pflege deshalb reichhaltiger sein, ein Luftbefeuchter im Büro hilft zusätzlich.
Ernährung und Trinken
Wer wenig Fett isst und wenig trinkt, merkt das oft mit einigen Wochen Verzögerung auch an der Haut. Pflanzliche Öle, Nüsse und fetter Fisch liefern Fettsäuren. Trinken allein macht trockene Haut aber nicht geschmeidig, weil ihr vor allem Fette fehlen.
Stress und wenig Schlaf
Die Haut erneuert sich vor allem nachts. Wer dauerhaft zu wenig schläft oder unter Druck steht, sieht das oft zuerst an einem fahlen, trockenen Hautbild.
Hormone
Zyklus, Schwangerschaft, Stillzeit und Wechseljahre verändern die Hautfeuchtigkeit. Ab den Wechseljahren bildet die Haut deutlich weniger Fett, trockene Haut wird dann oft zum Dauerthema. Mehr dazu steht im Artikel Welche Gesichtscreme für reife Haut.
Was fehlt der Haut bei Trockenheit?
Fette: Sie halten die oberste Hautschicht dicht und verhindern, dass Wasser verdunstet. Bei trockener Haut sind Ceramide, Cholesterin und Fettsäuren in der Hautbarriere reduziert.
Feuchtigkeit: Ohne genug Wasser in den oberen Hautschichten wirkt die Haut matt, feine Trockenheitsfältchen werden sichtbar. Hyaluronsäure, Glycerin und Urea halten Wasser in der Haut.
Antioxidantien: Vitamin C und E schützen die Haut vor Stress durch UV-Licht und Umwelteinflüsse.
Was tun bei trockener Haut im Gesicht?
Eine ruhige Routine in vier Schritten reicht meist. Erste Veränderungen zeigen sich nach zwei bis drei Wochen.
1. Mild reinigen
Reinigungsmilch, Balsam oder eine milde Creme-Reinigung statt schäumendem Gel. Lauwarmes Wasser, danach abtupfen statt rubbeln. Morgens reicht oft klares Wasser, mehr als zweimal am Tag waschen trocknet die Haut weiter aus.
2. Feuchtigkeit mit einem Serum
Ein Serum mit Hyaluronsäure kommt auf die noch leicht feuchte Haut. Auf ganz trockener Haut aufgetragen, hat Hyaluronsäure wenig Wasser, das sie halten kann.
3. Fett mit Creme oder Öl
Darüber eine reichhaltige Gesichtscreme mit Pflanzenölen oder Ceramiden. Bei sehr trockener Haut ein bis zwei Tropfen Gesichtsöl dazu, auf die Creme geklopft oder abends statt der Creme.
4. Sonnenschutz, wenn du lange draußen bist
UV-Licht trocknet die Haut zusätzlich aus. Wer viel Zeit im Freien verbringt, gibt tagsüber einen Sonnenschutz über die Pflege.
Einmal pro Woche: Maske und Peeling
Eine feuchtigkeitsspendende Maske gibt der Haut zusätzlich Wasser. Ein sanftes, enzymatisches Peeling löst Hautschüppchen, damit die Pflege besser verteilt werden kann. Bei trockener Haut höchstens einmal pro Woche, bei gereizter Haut gar nicht.
Welche Inhaltsstoffe passen zu trockener Haut?
Hyaluronsäure bindet Wasser in den oberen Hautschichten und kommt deshalb auf leicht feuchte Haut.
Glycerin ist ein klassischer Feuchthaltestoff, steckt in fast jeder Creme und wird auch von empfindlicher Haut gut vertragen.
Urea (Harnstoff) hält Wasser in der Haut und löst sanft abgestorbene Hautschüppchen.
Squalan ist ein leichtes Öl, meist aus Oliven oder Zuckerrohr gewonnen, das einem Fett im Hauttalg ähnelt. Es zieht schnell ein und hinterlässt kaum einen Film. Mehr über Squalan und seine Herkunft.
Arganöl liefert Vitamin E und ungesättigte Fettsäuren und schützt die Haut vor Austrocknung. Mehr über Herkunft und Qualität von Arganöl.
Sheabutter ist reichhaltig und in Cremes für sehr trockene Haut gut aufgehoben, pur ist sie fürs Gesicht meist zu schwer. Mehr über Sheabutter, unraffiniert oder raffiniert.
Panthenol (Provitamin B5) beruhigt das Hautgefühl und macht die Haut geschmeidig.
Ceramide sind Bausteine der Hautbarriere. Cremes mit Ceramiden ergänzen, was trockener Haut fehlt.
Niacinamid (Vitamin B3) gleicht das Hautbild aus und wird auch von empfindlicher Haut meist gut vertragen.
Weniger gut für trockene Haut: viel Alkohol weit vorn in der Zutatenliste (Alcohol denat.), Parfum bei empfindlicher Haut und stark schäumende Reiniger.
Trockene Haut unter den Augen
Die Haut unter den Augen ist die dünnste im ganzen Gesicht und hat kaum Talgdrüsen. Sie trocknet deshalb schneller aus als der Rest.
Häufige Auslöser sind kräftiges Reiben beim Abschminken, harte Wattepads, Wind und Heizungsluft, wenig Schlaf und Reste von Augen-Make-up. Mit den Jahren wird die Haut dort zusätzlich dünner.
Eine Augencreme ist auf diese dünne Haut abgestimmt: milder, meist ohne Duft, oft mit Panthenol oder Kornblume. Beim Abschminken ein mildes Reinigungsöl mit sanftem Druck verwenden, weiche Pads statt harter. Ist die Haut gerötet, hilft eine Pause von Make-up und parfümierter Pflege.
Ein abgekühlter Schwarzteebeutel auf den geschlossenen Augen fühlt sich angenehm kühl an. Frisches Gel aus einem Aloe-vera-Blatt, sanft unter die Augen getupft, spendet Feuchtigkeit.
Hausmittel für trockene Haut im Gesicht
Hausmittel ersetzen keine Pflegeroutine, können sie aber ergänzen.
Quark-Honig-Maske
Zwei Esslöffel Magerquark mit einem Teelöffel Honig verrühren, auf das gereinigte Gesicht geben, 15 Minuten einwirken lassen und mit lauwarmem Wasser abnehmen. Der Quark kühlt, der Honig hält Feuchtigkeit in der Haut.
Kamillen-Dampfbad
Eine Handvoll Kamillenblüten mit heißem Wasser übergießen und das Gesicht fünf bis zehn Minuten darüber halten, ein Handtuch über dem Kopf. Danach gleich die Pflege auftragen. Bei gereizter Haut lieber weglassen.
Avocado-Honig-Maske
Eine halbe reife Avocado zerdrücken, mit einem Teelöffel Honig und einem Teelöffel Olivenöl mischen und 20 Minuten auftragen. Reichhaltig, gut für sehr trockene Haut im Winter.
Was du lieber lässt
- Reines Kokosöl kann im Gesicht die Poren verstopfen.
- Ätherische Öle gehören nie pur auf die Gesichtshaut, sondern immer verdünnt in ein Trägeröl.
Wenn deine Haut trotz milder Pflege über Wochen trocken bleibt, stark juckt oder sich entzündet, steckt manchmal mehr dahinter. Das gehört dann in ärztliche Hände, nicht in eine Pflegeroutine.
Das Wichtigste zu trockener Haut im Gesicht
- Trockener Haut fehlen vor allem Fette, dehydrierter Haut fehlt Wasser.
- Mild reinigen, dann Feuchtigkeit, dann Fett mit Creme oder Öl.
- Hyaluronsäure kommt auf feuchte Haut, Öl zum Schluss.
- Die Augenpartie braucht eine eigene, milde Pflege ohne Duft.
- Hausmittel ergänzen die Routine, sie ersetzen sie nicht.